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AFM_Ennerdale_Berufsbildung.pdf

Bildungskampagne zur WM 2010

 „Champions for South Africa“ ist ein Bildungsprojekt zum Globalen Lernen und zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements von Schülerinnen und Schülern. mehr

Ennerdale/Südafrika: Mit Berufsbildung aus dem Slum

Ennerdale ist eine Johannesburger Vorstadt mit über 45.000 Einwohnern. Hier zeigen sich die sozialen Probleme Südafrikas überdeutlich. Rund die Hälfte der Bewohner sind jünger als 25 Jahre. Die meisten leben unter oder knapp über der Armutsgrenze in Squatter Camps - das sind Hütten ohne Strom oder fließendes Wasser, gedeckt mit einfachem Wellblech. Ennerdale ist ein Slum.

Die meisten Bewohner sind arbeitslos, trotz der Nähe zu „Joburg“, wie die Südafrikaner die Metropole nennen. Für Jugendliche ist es fast unmöglich, Arbeit zu finden. 45% von ihnen sind ohne Job. Sie sind fast immer in ärmsten Verhältnissen aufgewachsen. Schule ist im Überlebenskampf der Familie nebensächlich. Freizeitbeschäftigung wie Sport, Musik oder ähnliches gibt es für sie nicht. Immer mehr Jugendliche übernehmen zudem die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister, weil ihre Eltern an AIDS erkrankt oder bereits gestorben sind. Fürs Lernen bleibt daher keine Zeit. Dem Notendruck zeigen sich viele dieser Schüler nicht gewachsen, eine hohe Quote von Schulabbrechern ist die Folge.  

Fit für den Job - Fit für die Zukunft

Weil die Chancen auf einen Job für Schulabbrecher sehr gering sind, baut Don Bosco JUGEND DRITTE WELT mit den Salesianern Don Boscos in Ennerdale ein Schul- und Ausbildungszentrum für mindestens 600 Kinder und Jugendliche aus ärmsten Familien. Das Zentrum werden auch Jugendliche aus den umliegenden Townships gut zu Fuß erreichen können.

Der WM-Gastgeber Südafrika ist trotz aller sozialen Probleme das am besten entwickelte Land südlich der Sahara. Junge Menschen brauchen eine gute Ausbildung, um ihren Platz in der modernen Dienstleistungsgesellschaft Südafrikas zu finden und zu behaupten.

Das Programm des Don Bosco Educational Centre in Ennerdale ist speziell auf Schulabbrecher und junge Menschen mit gescheiterten Bildungskarrieren zugeschnitten. Im Vordergrund steht die praktische Ausbildung in den Werkstätten für verschiedene Handwerksberufe. Angeboten werden die Kurse Schweißen, Sanitär, Schreinerei, Maurer, Verputzer, Polsterer und Elektriker. Damit der Start in den Arbeitsmarkt auch gelingt, werden die  Jugendlichen nach Abschluss der Ausbildung bei der Jobsuche unterstützt oder lernen in einem Kurs zur Gründung eines Kleinunternehmens, wie sie sich erfolgreich selbstständig machen können.

Schon zu Beginn der Ausbildung erhält jeder Jugendliche ein Werkzeugset, welches er nach Abschluss der Ausbildung behalten kann. Dies benötigt er, wenn er sich später selbständig machen möchte. Aber auch in vielen kleineren und mittleren Firmen wird bei der Einstellung vorausgesetzt, dass die Arbeiter ihr eigenes Werkzeug mitbringen. 

Ganzheitliches Bildungskonzept

Das Bildungskonzept des Don Bosco Educational Centre ist ganzheitlich: Neben schulischer und beruflicher Bildung strebt das neue Zentrum auch eine umfassende persönliche Bildung der Jugendlichen an, die auf der speziellen Don Bosco Pädagogik beruht. Dazu gehört natürlich auch  Sport, wie zum Beispiel Fußball. Rollenspiele und Theater, Anti-Gewalttraining und Aufklärungsunterricht sind ebenso Bestandteil des Lehrplans wie Diskussionen über christliche Werte und Verantwortungsbewusstsein.

Junge Menschen definieren sich nicht nur über ihre beruflichen Fähigkeiten, sondern auch über ihre sozialen Kompetenzen. Dies wird hier geschätzt. Und das kommt der ganzen Gesellschaft zu Gute.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist im Don Bosco Educational Centre mehr als nur ein leeres Schlagwort. Freude an der Natur, gesunde Ernährung und ein Bewusstsein für die eigene Umwelt, werden  nicht als einzelnes Lehrfach unterrichtet. Vielmehr sind ökologische Nachhaltigkeitsaspekte Grundlage aller Projektaktivitäten. Ein wichtiger Bestandteil des Ausbildungszentrums ist zum Beispiel eine Bio-Farm. Sie dient sowohl Ausbildungszwecken als auch zur Deckung des eigenen Lebensmittelbedarfs. Hier lernen die Jugendlichen wie man Gemüse anbaut und ein eigenes Stück Land bestellt. Spaß und Freude an gesunder Ernährung wird dabei ganz nebenher erlernt. Auch beim Bau und der Ausstattung des Zentrums wird auf Umweltfreundlichkeit Wert gelegt. Ökologisches Bauen ist eine Komponente, Nutzung von Regenwasser und Solarenergie eine andere. Das hilft später Energiekosten sparen. Pater Eddie hat noch viele weitere Ideen: Eine Bienenzucht zum Beispiel, Gesundheitskurse und eine Beratung für junge Eltern. „Mit dem geplanten Ausbildungszentrum können wir nun auch für die Kinder da sein, die an unserer regulären Schule nicht mehr mitkommen. Viele der Kinder machen zuhause Schlimmes durch. Doch ihre Vergangenheit darf ihnen nicht die Zukunft verbauen. Eine zweite Chance ist das Mindeste, was wir für sie tun können.“

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