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Chicos de la Calle in Quito: Die Erfolgsgeschichte von Alex Morales

Alex Morales ist 12 Jahre alt und lebt in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, mit 1.8 Millionen Einwohnern. Die Armut, die in der Metropole herrscht, ist auf den Straßen sichtbar und allgegenwärtig. Kinder arbeiten und leben auf der Straße; manch ein “Chico” (Junge) schläft am Straßenrand, zusammengekauert, vom harten Leben gebrandmarkt. Einige versuchen ihre Sorgen für kurze Zeit zu vergessen, indem sie Drogen nehmen, Alkohol trinken oder Klebstoff schnüffeln.

 

 

 

Alex ist eines der über 5.000 Straßenkinder, die in Quito leben. Zwar wohnt er zusammen mit seinen vier älteren Geschwistern bei seinen Eltern. Mit Gelegenheitsarbeiten auf der Straße verdient er sich etwas Geld, um sich Kleidung, Schulsachen und etwas zu Essen kaufen zu können.

Er hat Glück, denn im Gegensatz zu vielen anderen Straßenkindern geht er in die Schule der Salesianer Don Boscos für Straßenkinder, die sich mitten im Herzen von Quito befindet. Jeden Mittag kommt er nach der Arbeit hierhin zum Mittagessen. Für einige seiner Mitschüler ist es die einzige richtige Mahlzeit am Tag.

Anschließend geht Alex in die Don Bosco Schule Danach kann er auf dem Schulhof mit seinen Freunden Volleyball oder Fußball spielen. Obwohl er klein und schmächtig ist, ist er ein gefragter Spieler, denn in Sachen Geschicklichkeit macht ihm keiner so schnell etwas vor. Deswegen ist er auch Mitglied einer Gruppe von Jongleuren, die sich aus 18 Schülern im Alter zwischen 10 und 17 Jahren zusammensetzt.

Anstatt auf der Straße zu arbeiten trifft sich die Gruppe, um neue Tricks zu lernen und zu trainieren. Zwei Stunden lang fliegen dann Bälle, Keulen und Ringe durch die Luft. Alex strahlt dabei übers ganze Gesicht, wenn er einige Würfe mit 4 Keulen geschafft hat. Stolz zeigt er, was er gelernt hat. Er weiß jetzt was er will. Bei Don Bosco will er seinen Schulabschluss machen, denn der Unterricht macht ihm Spaß. Und nach der Schule möchte er Informatik studieren. Zwar hat er keinen Computer zu Hause, aber hier in der Schule hat er bereits gelernt, wie man mit einem Computer umgeht. Und wie der kleine Junge so da steht und frech unter seiner Mütze hervorschaut, traut man ihm zu, dass er die Willenskraft, die er beim Jonglieren aufbringt, auch ausreicht, um die Ziele seiner Lebensgestaltung zu erreichen.

Chicos de la Calle in Quito/Ecuador - Hintergrundinfos

Das Programm „Chicos de la Calle“ (Straßenkinder), wurde vor 30 Jahren von den Salesianern Don Boscos in Quito / Ecuador ins Leben gerufen. Die Schwerpunkte des Programms liegen in der Schul- und Berufsausbildung, der gesundheitlichen Vorsorge und der sinnvollen Freizeitgestaltung für Straßenkinder. Ziel von „Chicos de la Calle“ ist es, die Heranwachsenden von der Straße zu holen, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten und wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

„Chicos de la Calle“ umfasst verschiedene Teilbereiche. Neben der Kontaktaufnahme durch die Erzieher auf den Straßen der Stadt besteht das Angebot zur Übernachtung in einem der verschiedenen Aufnahmezentren für Straßenkinder. Die Kinder und Jugendlichen werden medizinisch versorgt, psychologisch betreut und erhalten eine Mahlzeit.

Die Förderung der Schul- und Berufsbildung ist daswichtigste Standbein des Programms. Ausgehend vom persönlichen Bildungsstand der Schüler werden angepasste Unterrichtsmodule angeboten, die es ermöglichen, dass die Schüler zu jeder Zeit in den Unterricht einsteigen können. Durch Förderkurse können die Schüler die versäumten Lerninhalte nachholen, um somit einen Schulabschluss zu erlangen und weiterführende Bildungseinrichtungen zu besuchen.

Das außergewöhnliche Unterrichtskonzept wurde bereits 1986 vom Bildungsministerium Ecuadors anerkannt. Neben den grundlegenden Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen werden den Schülern wichtige Werte mit auf den Weg gegeben: Sie lernen Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zu übernehmen und einen Beitrag zum Aufbau von Zivilgesellschaft zu leisten.

Nach einem erfolgreichen Schulabschluss schlagen nicht wenige Schüler den höheren Bildungsweg ein, machen das Abitur und besuchen die Universität. Andere nutzen das Angebot der Salesianereinrichtungen für eine Ausbildung in den Bereichen Schreinerei, Mechanik, Kfz-Mechanik und Elektrik. Ehemalige Don Bosco Schüler sind heute die besten Erzieher und Ausbilder.

Die sinnvolle Freizeitgestaltung und Persönlichkeitsentwicklung der Kinder ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit mit Straßenkindern. So wird z. B. in Jonglier- und Akrobatikkursen das Selbstwertgefühl gestärkt. Beim Training stellen sich schnell kleine und große Erfolgserlebnisse ein. Durch die gemeinsame Präsentation ihres Könnens bei Vorführungen üben sie auch, Verantwortung innerhalb der Gruppe zu übernehmen. So lernen sie spielerisch fürs Leben und entdecken die eigenen Fähigkeiten und Talente. Und wenn sie am Ende den Applaus für ihre Vorführung ernten, spüren sie, dass sie Besonderes geleistet haben.

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