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Bildung und Spaß

„Kinder sind wie Edelsteine, die unbeachtet auf der Straße liegen. Wenn man sie aufhebt und poliert, fangen sie an zu glänzen.“

Don Boscos „Pädagogik der Vorsorge“

   

 

Die wichtigsten Leitlinien

Liebe, Güte, Respekt sind Voraussetzung im Umgang mit Jugendlichen. Junge Menschen merken sofort, ob man sie wirklich mag oder nicht. Wer mit ihnen arbeitet, muss sich auf ihre Augenhöhe begeben und sie ernst nehmen. Don Bosco: „Wer sich geliebt weiß, liebt wieder. Und wer geliebt wird, erreicht alles“  

Jeder Mensch hat einen guten Kern.

Das ist die Grundlage eines christlichen Menschenbildes. Auch Kinder und Jugendliche sind nicht schlecht geboren. Sie werden zu Lügnern, Dieben, Streunern, weil sich keiner um sie kümmert. Wer mit ihnen richtig umgeht, legt ihre guten Eigenschaften frei. Und selbst wer etwas Schlimmes getan hat, kann immer wieder neu anfangen. 

Fürsorge muss alle Bereiche umfassen.

Lehrer sind zuständig für die Schule, Eltern für die Freizeit, Pfarrer für den Religionsunterricht – solche Trennungen gibt’s bei den Salesianern nicht. Langfristig glücklich wird jeder nur, wenn’s überall gut läuft. Erzieher und Erzieherinnen im Geiste Don Boscos helfen den Jugendlichen bei Schulproblemen, gestalten mit ihnen das Freizeitprogramm und sind Ansprechpartner für Fragen rund um Religion und Lebensplanung.  

Leben in der Gemeinschaft.

Beim Fußballspiel im Jugendzentrum lernen Jugendliche, dass Sieg und Niederlage zum Leben gehören. Im täglichen Zusammensein mit Gleichaltrigen, wie man friedlich Konflikte löst oder sich nach einem Streit wieder versöhnt. Diese Eigenschaften brauchen sie, um später im Job und Alltag zurecht zu kommen.  

Spaß muss sein.

Freizeitprogramme wie Fußball, Musik, Theater, Ausflüge fördern Kreativität und Eigenitiative. Außerdem wichtig: Feste feiern – denn sie helfen gegen den grauen Alltag und geben Power, wenn’s mal nicht so gut läuft.  

Religion anbieten, nicht aufdrängen.

Woher komme ich, wohin gehe ich, wie verhalte ich mich richtig – unsere Erzieher und Erzieherinnen sind Ansprechpartner für alle wichtigen Fragen. Durch Diskussionen über alltägliche Probleme führen sie Jugendliche an den Glauben heran. Aber: Glaube basiert immer auf freier Zustimmung. Ein Jugendlicher kann deshalb „nein“ sagen und trotzdem gefördert werden.  

Regeln werden erklärt.

Ohne Vorschriften geht’s nicht. Aber Jugendliche sollen verstehen, warum sie nötig sind und welchen Zweck sie erfüllen. Schläge, Prügel, jede Art von Gewalt und Demütigung sind verboten. Kritik sollte immer unter vier Augen geübt werden. Alle Gebote und Verbote werden öffentlich bekannt gemacht. 

Strafen – aber richtig.

Tadeln muss man nicht durch Drohungen und Beschimpfungen. Es geht auch anders: Zum Beispiel kann sich der Erzieher eine Strafe ausdenken, die der Gemeinschaft zugute kommt. Hat ein Jugendlicher z. B. Spielzeug im Jugendzentrum kaputt gemacht, muss er für die Reparatur sorgen. Hat er einen anderen Jungen verprügelt, muss er ihm anschließend bei den Hausaufgaben helfen.  

Erzieher sollten glaubwürdig sein.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Geiste Don Boscos haben neben der theologischen eine sozial-pädagogische Ausbildung und sind seit Jahren in der Jugendarbeit tätig. Darüber legen die Salesianer Wert auf Lebenserfahrung und ein gesundes Selbstvertrauen. „Der Salesianer kündet die Frohe Botschaft wirksamer durch das, was er tut, denn durch das, was er sagt.“  

Jeder lernt ständig dazu.

Wer Jugendliche verstehen und mit ihnen diskutieren will, muss wissen, was in der Welt los ist. Die Salesianer Don Boscos nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil, treffen sich mit Trägern der Internationalen Jugendhilfe, um Erfahrungen und neue Erkenntnisse auszutauschen. Viele Anstöße kommen auch von den Jugendlichen selbst – denn Erziehung ist keine Einbahnstraße.  

© Jean Paul Muller, Don Bosco JUGEND DRITTE WELT

Entstehungsgeschichte
Don Boscos Präventivpädagogik – Entstehung und Leitlinien

Milde statt Härte, Schlechtes verhüten statt bestrafen: Die Vorstellungen Don Boscos  entsprechen nicht gerade dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts. In Schule und Familie herrscht strengster Drill. Prügelstrafe, absoluter Gehorsam und totale Kontr ...mehr

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